Der Einstieg: was ComfyUI ist, welche Hardware du brauchst, und wie du die Portable-Version entpackst und startest. Danach läuft die Oberfläche bei dir im Browser.
ComfyUI ist eine kostenlose, quelloffene Oberfläche, um KI-Bilder und -Videos lokal auf deinem eigenen Rechner zu erzeugen. Statt eines simplen „Prompt rein, Bild raus" baust du die Generierungs-Pipeline selbst aus einzelnen Bausteinen – den sogenannten Nodes – zusammen.
Jeder Node übernimmt eine Aufgabe: Modell laden, Prompt verarbeiten, das Bild berechnen, speichern. Du verbindest sie zu einem Graphen. Das gibt dir volle Kontrolle über jeden Schritt – genau deshalb ist ComfyUI bei allen ernst gemeinten Workflows der Standard. Mit dem Node-Graph beschäftigen wir uns im nächsten Teil – hier geht es erstmal nur ans Laufen.
Wir nutzen in dieser Reihe bewusst die Portable-Version statt des Desktop-Installers. „Portable" heißt: kein Installer, keine Einträge in der Windows-Registry, nichts wird systemweit verändert. Du bekommst einen einzigen Ordner, in dem alles drinsteckt – eine eigene mitgelieferte Python-Umgebung, ComfyUI selbst und deine Modelle.
Und genau das macht mehrere Installationen unkompliziert:
extra_model_paths.yaml greifen mehrere Installationen auf denselben Modell-Ordner zu.Der offene Weg – bewusst gewählt. Es gibt auch ComfyUI Desktop, das mehr automatisiert – dort landen z. B. heruntergeladene Modelle per Klick direkt im richtigen Ordner. Das ist einsteigerfreundlicher, aber eingeschränkter. Die Portable-Version gibt dir dafür die volle Kontrolle und genau die Vorteile oben: kopieren, mitnehmen und beliebig viele Installationen für verschiedene Zwecke parallel laufen lassen. Wer nie mehrere Installationen oder Portabilität braucht und einfach nur schnell loslegen will, ist mit Desktop gut bedient – wir gehen hier bewusst den offenen Portable-Weg.
Wir fokussieren uns in dieser Reihe auf NVIDIA-Hardware. NVIDIA-Grafikkarten sind über CUDA besonders gut für KI-Generierung geeignet, am breitesten unterstützt und liefern die schnellsten Ergebnisse. AMD und Apple funktionieren grundsätzlich auch, sind aber mit anderen Workflows verbunden, die hier nicht behandelt werden.
Wichtig zu verstehen: Die Modelle werden beim Generieren in den VRAM (den Speicher der Grafikkarte) geladen. Je größer und komplexer ein Modell, desto mehr VRAM belegt es – deshalb ist VRAM beim KI-Generieren oft der entscheidende Faktor.
So findest du deinen VRAM heraus: Task-Manager öffnen (Strg+Umschalt+Esc) → Reiter Leistung → GPU → dort steht der „Dedizierter GPU-Speicher“.
Auf der ComfyUI-Releases-Seite gibt es die Portable für NVIDIA als .7z-Datei. Unter Assets stehen aktuell zwei NVIDIA-Dateien – welche du brauchst, hängt allein von deiner Grafikkarte ab (siehe Kasten). Download: github.com/comfyanonymous/ComfyUI/releases.
Beide enthalten dasselbe ComfyUI; sie unterscheiden sich nur in der mitgelieferten CUDA-/Python-Version. Nimm die zu deiner NVIDIA-Karte passende:
| Deine GPU | Diese Datei |
|---|---|
| RTX 20 / 30 / 40 / 50 | ComfyUI_windows_portable_nvidia.7zDer Standard. Enthält CUDA 13.0 + Python 3.13. Für alle Karten ab der RTX-20-Serie. |
| Ältere NVIDIA-Karten (vor RTX 20) | ComfyUI_windows_portable_nvidia_cu126.7zDie ältere CUDA-12.6-Variante (Python 3.12) für GPUs vor der RTX-20-Serie. |
Beide Dateien liegen im selben Release unter Assets. Die Standard-Datei setzt einen NVIDIA-Treiber voraus, der CUDA 13 unterstützt – halte deinen Treiber aktuell, sonst startet sie nicht. (Stand 2026; Dateinamen und CUDA-Versionen können sich mit neuen Releases ändern – im Zweifel die Beschreibung neben dem Download auf der Releases-Seite lesen.)
Falls noch nicht installiert: 7-Zip gibt es kostenlos auf 7-zip.org. Dann: Rechtsklick auf die .7z-Datei → 7-Zip → Hier entpacken. Den entstandenen Ordner legst du an einen Ort mit genug Platz (z. B. D:\ComfyUI) – dort landen später auch deine KI-Modelle und Custom Nodes, die schnell viele Gigabyte belegen. Du installierst nichts – der Ordner ist bereits die fertige Installation.
Doppelklick auf run_nvidia_gpu.bat. Es öffnet sich ein Konsolenfenster, ComfyUI läuft als lokaler Server im Hintergrund, und die Bedienoberfläche öffnet sich automatisch in einem Browser-Fenster. Falls nicht, rufst du im Browser einfach 127.0.0.1:8188 auf. Das Konsolenfenster lässt du offen, solange du arbeitest.
update liegt update_comfyui.bat – Doppelklick, und deine Installation wird aktualisiert. Da alles im Ordner steckt, betrifft das nur diese eine Installation.
Comfy → Locale). In diesen Tutorials arbeiten wir mit der englischen Originaloberfläche – so sind die Node-Namen identisch zu praktisch jeder Anleitung und jedem Video da draußen, was das Weiterlernen deutlich einfacher macht.
Workflow → Browse Templates die eingebaute Vorlage „Wan 2.2 5B video generation“ – fehlende Modelle bietet ComfyUI automatisch zum Download an. Wie das alles funktioniert, erklären wir Schritt für Schritt in Teil 04.