Zwei Dinge, bevor du den ersten Workflow lädst: wo ComfyUI seine Modelle sucht – und wie du dich auf der Arbeitsfläche bewegst.
Nach dem Entpacken hast du ein leeres Werkzeugregal: ComfyUI kann Graphen ausführen, liefert aber weder Modelle noch die meisten Spezial-Nodes mit. Beides kommt erst dazu, wenn ein Workflow es verlangt. Wenn ComfyUI beim Öffnen eines fremden Workflows also etwas anmahnt, ist das der Normalfall – kein kaputter Download.
Programmcode, der ComfyUI neue Node-Typen hinzufügt. Ordner: ComfyUI/custom_nodes/ · Installation: über den Manager aus Teil 02.
Die Gewichte, mit denen gerechnet wird – meist .safetensors, von wenigen hundert MB bis über 30 GB. Ordner: ein Unterordner von ComfyUI/models/.
ComfyUI sortiert Modelle nicht nach Projekt, sondern nach Typ. Jeder Loader-Node liest genau einen Unterordner: Load VAE zeigt dir ausschließlich, was in models/vae/ liegt. Mehr Mechanik steckt nicht dahinter – der Node bestimmt den Ordner.
models/checkpoints/
Komplettmodelle, die alles in einer Datei bündeln – typisch für SD 1.5 und SDXL. Node: Load Checkpoint.
models/diffusion_models/
Das Hauptmodell moderner, getrennt ausgelieferter Modelle wie Wan oder Flux. Node: Load Diffusion Model. Ältere Anleitungen nennen den Ordner unet/.
models/text_encoders/
Das Sprachverständnis: UMT5, T5, CLIP-L. Node: Load CLIP. Früher clip/.
models/vae/
Der Dekoder, der das latente Ergebnis in sichtbare Pixel zurückrechnet. Node: Load VAE.
models/loras/
Aufsätze, die ein Hauptmodell auf Stil, Motiv oder Bewegung nachjustieren. Node: Load LoRA.
models/upscale_models/, controlnet/, clip_vision/
Hochskalierer, Steuermodelle für Bildvorgaben (Pose, Kanten, Tiefe) und Bildverständnis für Referenzbilder. Kommen später dazu, wenn ein Workflow sie braucht.
Tipp: Nicht raten, sondern am Node ablesen. Was im Dropdown des Loaders steht, hat ComfyUI im zugehörigen Ordner gefunden. Bleibt die Liste leer, liegt die Datei im falschen Ordner – oder ComfyUI hat sie noch nicht eingelesen, dann hilft ein R im Browser.
Ein Modell kann genau das, wofür es trainiert wurde. Ein Videomodell erzeugt keine Tiefenkarten, ein Upscaler versteht keine Prompts, ein Segmentierungsmodell malt keine Bilder. Ein Workflow ist deshalb eine Kette von Spezialisten – und jeder Spezialist ist eine eigene Datei plus meist ein eigener Node.
Daraus folgt der Punkt, der am Anfang am meisten überrascht: Wechselst du das Thema, wechselt der Modellbedarf fast vollständig. Ein Video-Workflow braucht andere Dateien als ein Upscaling-Workflow, und der wieder andere als einer für 3D oder PBR-Texturen. Dein models-Ordner wächst mit jedem neuen Thema – nicht mit jedem neuen Bild. Genauso bei den Nodes: Wer einen Workflow veröffentlicht, baut ihn aus dem, was auf seinem Rechner installiert ist. Bei dir fehlt das zunächst.
Beim Laden erscheint „Missing Node Types“, die betroffenen Nodes bleiben rot. Weg: Manager → Install Missing Custom Nodes, installieren, ComfyUI neu starten. Findet der Manager nichts, steht die Quelle in der Workflow-Beschreibung – dann Install via Git URL.
Oben meldet ComfyUI etwa „3 required models are missing“. Über Show missing models lädst du sie direkt an die richtige Stelle. Alternativ: Model Manager oder manueller Download in den passenden Unterordner.
Neu starten oder nur aktualisieren? Nach der Installation von Custom Nodes muss ComfyUI komplett neu starten. Für neu hinzugefügte Modelldateien reicht ein R im Browser. Und plane Speicherplatz ein: Betreibst du mehrere Portable-Installationen, lass sie über extra_model_paths.yaml auf denselben models-Ordner zeigen, statt die Dateien zu duplizieren.
Der zweite Teil ist schnell erzählt: ComfyUI hat nur eine Handvoll Bereiche, die du wirklich kennen musst.
Unter Workflow öffnest, speicherst und exportierst du Workflows als .json. Hier liegen auch die Einstellungen.
Öffnet den Manager aus Teil 02 – inklusive „Install Missing Custom Nodes“ und Model Manager.
Verschieben: mit gedrückter Maustaste auf leere Fläche ziehen. Zoomen: Mausrad. Node hinzufügen: Doppelklick öffnet die Suche.
Queue und Verlauf, Modelle und deine gespeicherten Workflows. Hier siehst du laufende und fertige Generierungen.
Stellt den Workflow in die Warteschlange und startet die Generierung. In älteren Versionen heißt der Button „Queue Prompt“.
Tipp: Zwei Gesten decken fast alles ab – Mausrad zum Zoomen, Doppelklick für die Node-Suche.